Anfang, Mittelteil & Schluss

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Du hast genügend Material für deinen Film notiert und möchtest daraus ein Storyboard oder ein Drehbuch erstellen. Dazu ist es wichtig, diese Stichpunkte in einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss zu sortieren. Am meisten passiert natürlich in der Mitte, dem Hauptteil. Da entfaltet sich deine Geschichte. Aber auch der Anfang ist wichtig. Hier entscheidet sich meistens, ob deine Zuschauer weiterschauen möchten oder nicht.

Der Anfang

Der Anfang sollte etwa 10-15% der Geschichte ausmachen. Du musst den Zuschauer bereits in der ersten Minute mit wichtigen Informationen oder mit spannenden Szenen abholen. Eine zu lange Einleitung, bei welcher der Filmemacher nicht auf den Punkt kommt, verleitet meistens zum Abschalten. Auch mit Musik kannst du Spannung in den Anfang bringen.

Der Anfang im Spielfilm

  • WO spielt die Geschichte? – Das geht aus den Totalen Einstellungen zu Beginn hervor und muss im Film nicht mit Worten erklärt werden.
  • WER sind die Hauptpersonen? – Deine Darsteller betreten den Schauplatz. Entweder sie stellen sich mit Worten vor, oder es ergibt sich aus den Kameraeinstellungen und der Bekleidung. Wenn man in der ersten Szene zwei Personen mit Sturmmasken sieht, kann man davon ausgehen, dass es sich um Gangster handelt.
  • WELCHER Konflikt entsteht zwischen Protagonist und Antagnoist?
  • Übergang zum Hauptteil: Entweder Titel und Darsteller zeigen, oder eine Übergangs-szene (z.B. die Flucht der Täter)

Der Anfang im Erklärfilm

  • Kurzes Intro und Titel
  • Vorstellen der eigenen Person und was erklärt wird
  • Zeigen der Materialien, falls welche benötigt werden
  • Zeigen des fertigen Endprodukts: Damit weiß der Zuschauer, warum er das Video anschaut
  • Übergang zum Hauptteil: Einleitender Satz (z.B. „Dass diesen Tanzschritt wirklich jeder lernen kann, werde ich euch nun zeigen“)

Der Anfang im Reisefilm

  • Titel mit einstimmender Musik
  • Erklärung (eventuell im Off-Text), welches Land bereist wird
  • kurze Zusammenfassung geben, was das Besondere an dem Land ist (Größe, Einwohner…)
  • Übergang zum Hauptteil: Einleitender Satz (z.B. „Wir beginnen unsere Reise in…“)

Der Mittelteil

Im Mittelteil entfaltet sich die Geschichte. Hast du schonmal etwas von einem Spannungsbogen gehört? Ein Buch wird spannend, wenn es im Hauptteil immer wieder zu Höhepunkten kommt, welche dann auch wieder abflachen. Beim Spielfilm kommen weitere Figuren hinzu. Probleme tauchen auf und werden gelöst. Die Spannung steigert sich bis zum Schluss.

Der Mittelteil im Spielfilm

  • Weitere Personen kommen hinzu, z.B. Zeugen
  • Wechsel von einem Drehort zum nächsten
  • Nicht zu viele Verwicklungen einbauen. Das wird zum filmen zu kompliziert, außerdem verliert der Zuschauer den Überblick. Konzentriere dich auf den Kernpunkt der Handlung.
  • Hindernisse und Höhepunkte: Der Ermittler findet Zeugin, die sich nach Befragung als nutzlos herausstellt. Die Täter verwischen ihre Spuren, die Ermittler sind kurz davor aufzugeben.
  • Übergang zum Schluss: Als spannender Höhepunkt werden die Gangster in ihrem Versteck aufgespürt.

Der Mittelteil im Erklärfilm

  • Du erklärst Schritt für Schritt, wie dein Zuschauer zum gewünschten Erfolg kommt. Die wichtigsten Handlungsabläufe werden gezeigt. Beschränke dich auf das Wesentliche und geh nicht zu sehr ins Detail.
  • Erkläre verständlich und betont (nicht zu schnell sprechen und keine Silben verschlucken)
  • plane Sprechpausen zur Erholung ein

Der Mittelteil im Reisefilm

  • Bei einer Rundreise führst du den Zuschauer von Ort zu Ort
  • Du gibst wichtige Informationen zu Städten, Menschen, Lebensweisen oder Kulinarischem
  • Baue Höhepunkte ein. Das sind die Plätze, von denen du selbst begeistert warst und zu denen es Spannendes zu berichten gibt.
  • Überlege, ob wirklich jedes Detail gezeigt werden muss, oder ob du dich besser auf eine Auswahl an Sehenswürdigkeiten konzentrierst.

Der Schluss

Der Schluss nimmt – ähnlich wie der Anfang – etwa 10 bis maximal 15 % der gesamten Filmlänge ein. Er darf nicht zu sehr in die Länge gezogen werden, aber ein zu schnelles Ende ist bei einem Spielfilm ebenfalls nicht gut. Ob ‚Happy End‘ oder nicht: Der Schlussteil sollte zum Rest des Filmes passen, sonst ist der Zuschauer unzufrieden.

Der Schluss im Spielfilm

  • Zum Schluss müssen alle Verstrickungen aus dem Mittelteil gelöst sein
  • Happy End: Die Detektivbande wird als Helden gefeiert, die Gangster werden abgeführt
  • Kein Happy End: Das Böse hat gegen das Gute gesiegt. Damit lässt du dir Freiraum für eine Fortsetzung. Und der Zuschauer hat etwas zum Grübeln.
  • Abspann: Am Ende zeigst du den Abspann mit den Namen der Schauspieler

Der Schluss im Erklärfilm

  • Zeige das fertige Produkt bzw. das Ergebnis
  • Zähle nochmal die wichtigsten Informationen auf oder gib eine kurze Zusammenfassung des Erlernten
  • Stelle eine Suggestivfrage, z.B. „Und, das war doch gar nicht so schwierig, oder?“
  • Bedanke dich für das Interesse und wünsche viel Spaß
  • Gib einen Ausblick auf dein nächstes Video

Der Schluss im Reisefilm

  • Zeige und kommentiere einen Zusammenschnitt der schönsten Erlebnisse
  • Fasse mit eigenen Worten zusammen, was du auf dieser Reise erfahren hast
  • Gib einen Ausblick auf die Zukunft: Wirst du noch einmal zurückkehren? Was wird der Tourismus mit dem Land machen? Bringe den Zuschauer dazu, darüber nachzudenken.
  • Was hat dir an dem Land gefallen, was nicht?
  • Abspann mit Titel und Infos der Filmcrew