Autofokus & Scharfstellung

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Die automatische Scharfeinstellung wird ‚Autofokus‘ genannt. Jede kompakte Automatik- Kamera, die ein Zoom- oder Teleobjektiv hat, arbeitet mit einem solchen Autofokus. Der Vorteil ist, dass du nicht – wie früher – bei jeder Aufnahme die Schärfe einstellen musst. Du bist dadurch schneller, Schnappschüsse sind eher möglich.

Kameras mit Fixfokus-Objektiv

Es gibt auch Kameras, die ohne Autofokus arbeiten. ActionCams oder Webcams haben meist ein so genanntes Fixfokus-Objektiv. Ebenso die Frontkameras von Smartphones. Wie der Name schon sagt: Die Schärfeeinstellung bleibt fix, also unverändert. Die meisten Fixfokus-Kameras haben weder Zoom- noch Teleobjektiv. Ihnen reicht ein großes Weitwinkel. Mit diesem deckst du einen großen Aufnahmebereich ab, zum Beispiel bei Sport-Action-Aufnahmen oder bei Webcam-Aufnahmen im Raum. Der Nachteil am Weitwinkel-Objektiv ist, dass sich der Horizont wölbt, wie du auf den folgenden Fotos siehst.

SLR-Kameras mit manueller Schärfeeinstellung

Spiegelreflexkameras haben die Möglichkeit, die Schärfe von Hand einzustellen. Falls du eine Kamera solche Kamera zur Hand hast, dann mach mal Folgendes: Filme zunächst eine Landschaft im Weitwinkelbereich. Anschließend drehst du dieselbe Szene im Tele. In beiden Fällen verzichtest du bewusst auf den Autofokus und stellst irgendeine unsinnige Schärfe von Hand ein. Du wirst feststellen, dass sich diese falsche Schäfe im Telebereich viel stärker bemerkbar macht als im Weitwinkel. Darum verzichten die Hersteller der oben erwähnten Action- oder WebCams meist auf die automatische Scharfstellung. Und da nicht scharfgestellt werden muss, löst die Kamera natürlich auch schneller aus.

Die richtige Schärfe ist wichtig!!

Nichts nervt in einem Film mehr als unscharfe Aufnahmen. Damit du dich nicht blind auf deinen Autofokus verlässt, musst du ein paar wichtige Dinge darüber wissen: Auch Kameras mit einem sehr ausgeklügelten modernen Autofokussystem wissen nicht, worauf es dem Filmer ankommt. Manche Kameras stellen auf die Mitte des Bildes scharf, weil sie denken, dass sich dort das bildwichtige Motiv befinden muss. Andere wählen zwischen links, rechts und Mitte. Oder sie entscheiden zwischen vielen Autofokus-Feldern, auf welches scharf gestellt werden soll. Nun gibt es aber drei häufig auftretende Situationen, auf welche das Gehirn deiner Kamera nicht vorbereitet ist:

  • Ein fremdes Objekt bewegt sich plötzlich durch das Bild. Das kann ein Fussgänger sein, der plötzlich im Vordergrund deine Landschaftsaufnahme durchquert
  • Du hast zwei Schärfeebenen. Eine davon ist für den Kameramann völlig unwichtig, lässt sich aber nicht entfernen. Da denke ich an die Gitterstäbe im Zoo, welche dich vom Löwen trennen.
  • Du machst eine Kamerafahrt, eine Schwenk– oder eine Zoombewegung. Und sofort ändert sich die gesamte Aufnahmesituation. Neue Motive kommen ins Bild oder rutschen an eine andere Stelle.
  • Unter schlechten Lichtverhältnissen muss die Kamera länger belichten oder die Blende weiter öffnen. Das kann ebenfalls zu Unschärfen führen, vor allem wenn Bewegung im Spiel ist.

Manuell Scharfstellen

Um diese Situationen zu vermeiden, hilft manuelles Scharfstellen. Zuerst holst du das Hauptmotiv mit dem Tele näher her. Dann stellst du die Schärfe laut Gebrauchsanleitung ein. Das funktioniert bei jedem Gerät anders. Mal musst du am Objektivring drehen, mal stellst du über eine Drucktaste scharf. Anschließend stellst du den Bildausschnitt (Brennweite) auf Weitwinkel. Wenn du jetzt das Motiv mit der Kamera näher heranholst, wird sich an der Schärfe nichts ändern. Auch Personen können durch das Bild laufen.

Und noch ein Tipp: Filme Kamerafahrten und Action-Aufnahmen immer im Weitwinkel. Deine Kamera hat in dieser Einstellung aufgrund der geringen Schärfentiefe einen viel größeren Spielraum, was die exakte Scharfstellung betrifft. Im Telebereich ist dieser Spielraum stark eingeschränkt. Somit können Schauspieler oder Sportler durch’s Bild flitzen, ohne dass das Objektiv ständig die Schärfe nachjustiert.