Belichtung & Beleuchtung

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Obwohl jedes moderne Aufnahmegerät eine automatische Belichtungssteuerung hat, trifft man im Internet immer wieder auf Filme mit zu hellen oder zu dunklen Szenen. Zugegeben: Manchmal ist es echt schwierig, das Motiv gut belichtet in Szene zu setzen. Der harte Licht-Schatten-Kontrast im Hochsommer oder die Innenaufnahmen bei Schummerlicht benötigen eigentlich ein zusätzliches Equipment. Aber muss man sich deshalb gleich teure Studiolampen zulegen?

Filmen im Raum und bei Gegenlicht

Sagen wir mal so: Wenn du häufig im Raum filmst, weil du gerne Erklärvideos am heimischen Wohnzimmertisch filmst, dann empfiehlt sich ein kleines Lampenset. Selbst wenn du große Fenster hast, die den Raum hell erscheinen lassen: Die Gefahr von Gegenlicht besteht in diesem Fall immer.

Was ist Gegenlicht? Deine Kamera hat eine automatische Belichtungseinstellung. Wenn sie ‚viel hell‘ sieht, wird sie die Blende im Objektiv schließen. Damit vermeidet die Kamera, dass das Bild überbelichtet, also zu hell wird. Bewegt sich nun dein Motiv vor einem hellen Fenster, dominiert diese helle Fläche die Aufnahme. Und deine Kamera denkt: ‚Ui, schnell die Blende schließen!‘ Denn woher soll sie auch wissen, dass für dich gar nicht das helle Fenster, sondern die Person davor wichtig ist? Das Resultat: Nicht nur der helle Hintergrund, auch die Person wird dunkler und somit unkennbar.

Super wirkt eine Gegenlichtaufnahme während dem Sonnenuntergang. Dein Motiv wird als Silhouette romantisch oder auch spannend. Denke an die tollen Sport-Aufnahmen, bei welchen der Athlet oft nur als schwarzer Umriss zu sehen ist.

Bedenke auch, dass du deine Filme nicht nur zur hellen Jahreszeit drehst. Im Winter hast du weniger Licht zur Verfügung, was sich auf deine Aufnahmen im Raum auswirkt. Plötzlich hast du dunkle Ecken, die im Sommer schön von der Sonne angestrahlt wurden. Mit zwei Lampen, die gar nicht mal so teuer sind, kannst du die Szenerie gleichmäßig ausleuchten. Du solltest darauf achten, dass das Licht keine Schatten wirft. Eine dritte Lampe könnte von hinten deinen Kopf anstrahlen. Sie wird deshalb auch Kopflicht genannt.

Der Weißabgleich

Dieser Punkt ist ebenfalls wichtig: Vielleicht hast du im Physikunterricht schonmal davon gehört, dass unterschiedliche Lichtquellen verschiedene Farbstiche erzeugen können. Neonlicht wirkt grünlich, Glühlampenlicht gelblich. Aufnahmen im Schatten werden bläulich und der schöne Sonnentergang bekommt einen Gelb- oder Rotstich. Deine Kamera versucht immer, diese Farbtemperatur zu korrigieren. Das funktioniert in den meisten Fällen recht zuverlässig, allerdings wird es bei sich ändernden Situationen schwierig. Hier ein paar Beispiele:

  • Du machst eine Kamerafahrt von der Straße in ein Haus.
  • Du filmst im Raum bei Mischlicht. Zum einen hast du durch die Deckenbeleuchtung Kunstlicht (Neon oder Glühbirne), vom Fenster dringt Tageslicht in den Raum
  • Die eine Hälfte deines Bildes liegt im Schatten, die andere in der Sonne
  • eine Wolke schiebt sich vor die Sonne

Viele Kameras bieten die Möglichkeit eines manuellen Weißabgleichs an. Dazu wird ein weißes Blatt Papier vor das Objektiv gehalten. Dieses ‚Weiß‘ wird per Knopfdruck gespeichert. Die Kamera weiß nun, was der Farbe ‚Weiß‘ entspricht und wird nicht ständig versuchen, automatisch zu korrigieren.

Licht und Schatten

Besonders gemein sind Licht-Schattenverhältnisse. Im Schatten ist es dunkel. Die Kameraautomatik versucht das Bild aufzuhellen, indem sie die Blende öffnet. In der Sonne ist es dagegen hell. Hast du sowohl Licht als auch Schatten in einer Aufnahme, wird entweder der eine Teil zu hell oder der andere zu dunkel. Hier ein paar Tipps, wie du mit den vorhandenen Lichtverhältnissen am besten umgehst:

  • Stell dich zum filmen in den Schatten. Achte darauf, dass die Sonne nicht direkt auf die Kamera ‚knallt‘, sondern dass sie von irgendetwas verdeckt wird (z.B. eine Hauswand, ein hohes Reklameschild, ein Baum). Vorsicht bei lichtdurchlässigen, farbigen Markisen und Sonnenschirmen. Diese werfen ein unnatürliches Licht auf die Szenerie.
  • Falls du im Zweifel bist: Stelle die gefilmten Personen lieber in den Schatten als in das starke Sonnenlicht. Der Grund: Wenn die Kamera die Blende nicht weiter schließen kann, fressen Hautstellen aus. Das Ergebnis wären häßliche helle Flecken auf Stirn und Backen.
  • Wenn kein Schatten vorhanden ist: Stelle die Person seitlich zur Sonne. Steht die Sonne direkt hinter der Person, dann hast du eine Gegenlichtsituation und die Person wird zu dunkel. Steht die Sonne hinter dem Kameramann, schaut dein Motiv direkt in das helle Licht und kneift die Augen zu.
  • Vermeide im Sommer die Mittagszeit von 12-14 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht. Fotografen schwören auf die ‚Goldene Stunde‘. Diese ist ca. eine Stunde nach Sonnenaufgang und eine Stunde vor Sonnenuntergang.
  • Ein Tipp für Reporter-Aufnahmen: Bei einem leichtem Schatten, der z.B. auf den Augen und dem Gesicht liegt, hilft ein Aufheller oder Reflektor. Dieser wird unter das Gesicht gehalten und leitet die darauf treffenden Sonnenstrahlen zur Aufhellung weiter. Eine günstige Alternative ist eine Styroporplatte aus dem Baumarkt.