Der Jump-Cut

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Der Jump-Cut ist ein relativ neues Stilmittel des Filmens. Mit ihm werden lange Szenen verkürzt. Er wird mittlerweile auch gerne von YouTubern eingesetzt, die mit einem flotten Bildschnitt etwas Action in ihre Live-Aufnahmen bringen möchten. Ein solchen Jump-Cut solltest du nur sparsam einsetzen, da er vom Auge des Zuschauers einiges abverlangt.

Ersatz für eine Zoombewegung

Ein Jump-Cut wird gerne als Ersatz für eine Zoombewegung gewählt. Vielleicht hast du den Beitrag über die Zoombewegungen bereits gelesen? Dann weißt du ja, dass du eine Zoombewegung nur in ganz bestimmten Situationen, am besten aber gar nicht, einsetzen sollst.

Mit dem Jump-Cut filmst du das weit entfernte Motiv mit drei oder vier unterschiedlichen Bildausschnitten. Deine Kameraposition verändert sich dabei nicht. Ein Beispiel: Bei deiner Wanderung durch die Berge entdeckst du die lang ersehnte Almhütte in weiter Ferne. Die erste Aufnahme machst du im Weitwinkel, die letzte in der Teleeinstellung. Dazwischen kommen die Jump-Cuts, also ein bis zwei Zwischeneinstellungen. Diese sind im geschnittenen Film kürzer als die beiden Extremaufnahmen. Du könntest sie auf ein bis zwei Sekunden kürzen. Somit hast du statt einer langen Zoomaufnahme eine schnell geschnittene Jump-Cut-Zusammenstellung erzeugt.

Verkürzen einer langen Szene

Bleiben wir als Beispiel in den Bergen: Dein Wanderkollege kommt auf dich zu. Allerdings hast du die Szene bereits gestartet, als er noch 50 Meter von der Kamera entfernt war. Bis er am Kameramann vorbeigewandert ist, sind 45 Sekunden vergangen. Eine solch lange Szene kannst du im Film unmöglich zeigen. Stattdessen schneidest du zwei Teile heraus, so dass am Ende 3 Einzelaufnahmen stehen bleiben. Und jedesmal ist der Wanderer der Kamera ein Stück näher gekommen. Solche Jump-Cuts sieht man im Fernesehen immer häufiger. Zum Beispiel bei Dokumentationen und Nachrichtensendungen, bei denen der Interviewpartner näher kommt, bevor er in einer vierten Aufnahme vor der Kamera seinen Kommentar abgibt.

Jump-Cuts bei Vloggern

Auch Vlogger setzen den Jump-Cut gerne in ihren Videos ein. Der Moderator sitzt in seinem Showroom und erzählt den Leuten etwas. Dabei ist es völlig egal, ob es sich dabei um eine Comedy-Show, um Kommentare zum aktuellen Tagesgeschehen oder um die Vorstellung eines tollen Produktes geht: Manchmal sprechen die Darsteller minutenlang vor der Kamera. In vielen Fällen handelt es sich nicht um Livestreams, sondern um aufgezeichnete und nachträglich bearbeitete Szenen. Und da der Moderator ja auch mal eine Pause machen muss, um sich neu zu sammeln, werden die aufeinanderfolgenden Szenen mit variierenden Bildausschnitten oder Perspektiven gefilmt. Das kann ganz witzig aussehen und bringt etwas ‚Modernes‘ in den Film. Leider übertreiben es einige YouTuber dabei. Nicht selten habe ich Filme gesehen, bei welchen dieses Stilmittel bis zum Äußersten ausgereizt wurde. Ein Jump-Cut nach dem nächsten! Mein Auge gibt mir dann den Befehl: Abschalten!