Die Filmperspektive

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Bei der Filmperspektive geht es um den Standort der Kamera. Der Unterschied zum Bildausschnitt ist, dass du bei diesem die Entfernung zum Motiv änderst. Oder Du holst es über das Teleobjektiv näher zu dir her. Bei der Perspektive änderst du dagegen den Blickwinkel auf das Motiv. Filmst du dieses aus der Augenhöhe, oder stellst du dich mit der Kamera darüber oder darunter?

Aufnahmen aus der Augenhöhe

Dies ist wohl die am häufigsten eingesetzte Filmperspektive. Das Kameraobjektiv befindet sich auf derselben Höhe wie die Augen der gefilmten Person. Es geht also nicht um deine eigene Augenhöhe, sondern um die des Motivs. Ist dein Schauspieler nämlich zwei Köpfe größer als du, und du stehst direkt davor, dann hättest du bei einer Portraitaufnahme eine Untersicht. Anders ist es bei Natur- oder Sachaufnahmen. Da geht es meistens darum, die Dinge in deiner eigenen Sichtweise darzustellen. Und das ist die Normalsicht, also deine persönliche Augenhöhe.

Filmst du jede Szene aus der Normalsicht, wird das irgendwann langweilig. Darum gibt es noch andere Blickwinkel, welche du hin und wieder ausprobieren kannst. Das heißt jetzt nicht, dass jede Szene in einer anderen Perspektive gedreht werden soll, um Abwechslung in den Film zu bringen. Im Gegenteil! Du solltest diese Kamerapositionen eher selten einsetzen und nur dann, wenn sie wirklich Sinn machen.

Die Untersicht

Bei der Untersicht nimmst du deine Kamera auf Bauch- oder Brusthöhe und richtest sie leicht nach oben. Bei Personenaufnahmen bewirkt das, dass sie leicht überheblich oder allwissend wirken. Achte mal darauf, wenn du den nächsten Krimi anschaust. Da werden vor allem die Gangster gerne aus der Untersicht gefilmt, damit sie bedrohlicher wirken. Auch Gebäude und Denkmäler wirken aus der Untersicht größer. Hier hast du oftmals gar keine andere Möglichkeit, denn Filmen aus Normalicht geht nur aus großer Entfernung. Allerdings musst du bedenken, dass solche Motive nach hinten ‚kippen‘, wenn sie aus der Untersicht gefilmt werden.

Die Froschperspektive

Dies ist die Steigerung der Untersicht. Du gehst nun richtig in die Knie und filmst dein Motiv aus der Sicht eines Frosches. Deine Kamera befindet sich nun ungefähr auf Bodenhöhe. Du hältst sie dabei steil nach oben gerichtet. Personen wirken nun richtig bedrohlich und übermächtig. Beim Krimi sieht das folgendermaßen aus: das wehrlose Opfer liegt vor dem Gangster. Du filmst den Bösewicht aus den Augen des am Boden liegenden. Der Gangster streckt drohend den Finger in Richtung Kameralinse. Und, was meinst du? Das sieht doch viel gefährlicher aus, als wenn du dieselbe Aufnahme aus Normal- oder Untersicht gefilmt hättest.

Die Ameisenperspektive

Mach mal einen Test: Du legst dich flach auf den Boden und filmst aus der Sicht einer Ameise. Nun kommen von hinten zwei Menschen langsam ins Bild gelaufen. Du zeigst nur ihre Hosenbeine und die Schuhe. Die Kamera hältst du dabei gerade oder leicht schräg nach oben, gefilmt wird im Weitwinkel. Sieht spannend aus, oder? Das wirkt nicht nur im Krimi oder im Gruselfilm klasse, auch bei Wanderungen durch die Natur kannst du diese besondere Filmperspektive zeigen.

Die Obersicht

Bei der Obersicht blickst du aus der Augenhöhe auf etwas hinab, das sich ungefähr auf Bauchhöhe befindet. Bei einem Urlaubsfilm könnte das die Landkarte sein, welche ihr vor der Abfahrt studiert. Bei einem ist es beispielsweise ein Beweisstück, welches die Detektivbande gefunden hat.

Die Vogelperspektive

Die Vogelperspektive ist die Steigerung der Obersicht. Du schaust aus einer erhöhten Position hinab auf einen Gegenstand, eine Person oder sogar eine ganze Stadt. Sobald du eine Person aus der Vogelperspektive zeigst, dann wirkt diese klein und schwach. Als erhöhter Standpunkt reicht eine Leiter oder ein Tisch. Der Blick aus einem Fenster im 1.Stockwerk hinunter auf die Straße ist ebenfalls eine interessante Position. Eine extreme Vogelperspektive ist der Blick von einem Berg hinunter ins Tal.

Die Schrägsicht

Bei der Schrägsicht wird die Kamera während der Aufnahme zur Seite gekippt. Sie erzeugt Spannung und wird gerne verwendet, um eine drohende Gefahr anzukündigen. Sie drückt Unwohlsein, Spannung und Verwirrung aus. Da sie den Zuschauer vom eigentlichen Geschehen stark ablenkt, wird sie als dramaturgischer Effekt nur selten eingesetzt.