Die 6 wichtigsten Filmregeln

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Deine Filmaufnahme besteht aus dem Bild und dem Ton. Beide sind gleichermaßen wichtig. Wenn du wunderbar belichtete Aufnahmen gemacht hast, der Ton aber völlig unbrauchbar ist, dann wird dein Film zu einem „Weggucker“. Andersrum ist es genauso. Ein toller Sound bringt dir nicht viel, wenn du mit schlecht gefilmten Szenen das Auge des Zuschauers beleidigst. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, welche einen guten Film von einem weniger guten unterscheiden. Die folgenden Regeln wird dir jeder Profi aufzählen. Wenn du diese verinnerlichst, hast du schon mal einen großen Schritt in Richtung ‚anschaubarer Film‘ gemacht.

1. Filme Verwacklungsfrei

Der häufigste Fehler, den Hobbyfilmer machen, sind unruhige Aufnahmen. Sobald man auf ein Stativ verzichtet, sind solche Bilder unvermeidbar. Dabei gibt es zwei Unterschiede. Besonders schlimm sind heftige Verwacklungen, welche gerne im Telebereich oder durch unüberlegtes Herumfuchteln des Kameramannes/der Kamerafrau entstehen.

Zu den weniger störenden Verwacklungen zähle ich das Handzittern. Hierbei gibt sich der Kameramann zwar Mühe, die Hand während des Filmens im Weitwinkelbereich ruhig zu halten. Ein kleiner Windhauch oder das Ein- und Ausatmen führt aber bereits dazu, dass diese Szenen nicht völlig ruhig bleiben.

2. Vermeide unnötige Zoom- und Schwenkbewegungen

Unüberlegte Zoom– und Schwenkbewegungen zählen zu den absoluten No-Go’s eines jeden Kameraprofis, ebenso wie wilde Kamerafahrten. ‚Unüberlegt‘ heißt: Du drückst die Starttaste der Kamera und hast dir vorher gar keine Gedanken darüber gemacht, was du eigentlich filmen willst. Erst während der Aufnahme schaust du dich bei laufender Kamera um und entdeckst, was es alles zu filmen gibt. Oft werden solch überflüssige Zoom- oder Schwenkbewegungen eingesetzt, um Bewegung‘ ins Bild zu bringen. Dabei sollte diese vor der Kamera stattfinden, zum Beispiel durch Schauspieler. Eine zusätzliche Bewegung durch den Kameramann ist meist überflüssig.

3. Achte auf die richtige Schärfe und Belichtung

Wenn ich einen Film mit unscharfen oder zu dunklen Szenen sehe, schalte ich im Normalfall sofort ab. Das heißt jetzt nicht, dass deine Aufnahmen wie vom Profi-Filmer aussehen müssen. Aber wenn du nicht unüberlegt auf die Start-Stop-Aufnahmetaste drückst, kannst du diese Fehler aller Voraussicht nach meiden.

Alle Kameras haben eine automatische Scharfstellung. Diese funktioniert bei den meisten Geräten zuverlässig. Allerdings gibt es Situationen, in welchen dieser so genannte Autofokus Schwierigkeiten bekommt. Dasselbe gilt für die Belichtung. Eine kleine Änderung des Kamerastandpunktes kann aus einer milchig trüben Aufnahme eine richtig farbenfrohe machen.

4. Sorge für einen verständlichen Ton

Wie oben schon erwähnt: Der Ton ist ebenso wichtig wie das Bild. Zugegeben: bei den meisten Einsteigerkameras und Mobilgeräten hat man nicht viel Einfluss auf den Ton. Die Aufzeichnung erfolgt im Normalfall automatisch und lässt sich nur bei Profigeräten von Hand regulieren.

Nervig ist es vor allem, wenn der Ton zu laut oder zu leise ist. Kein Mensch schaut sich einen Film an, bei welchem er nicht versteht, was gesprochen wird. Darum ist der wichtigste Tipp in Bezug auf die Tonaufnahme: Geh nah genug an deinen Sprecher ran. Bei lauter Musik musst du einen größeren Abstand einhalten. Und vermeide lästige Nebengeräusche wie Autolärm und Windrauschen.

5. Filme abwechslungsreich

Ein Film wirkt schnell langweilig, wenn du jede Szene mit derselben Einstellung filmst. Es gibt verschiedene Bildausschnitte und unterschiedliche Perspektiven, die du bei deinen Aufnahmen einsetzen kannst. Mit dem Bildausschnitt bestimmst du, wie groß oder wie klein eine Person im Bild zu sehen ist.

Dieselbe Person kannst du von oben, von unten oder aus der Augenhöhe aufnehmen. Das nennt sich Perspektive. Das heißt nun nicht, dass du jede Szene in einer anderen Einstellung drehen sollst. Dadurch wird der Film zu unruhig. Aber bring ein wenig Abwechslung in deinen Film, indem du dir vor der Aufnahme überlegst, welche Einstellung zu welcher Szene passen könnte.

6. Habe während dem Drehen den Filmschnitt ‚im Kopf‘

Dieser Tipp wird sich wahrscheinlich nicht von heute auf morgen umsetzen lassen. Vor allem Neulinge tun sich am Anfang schwer damit, bereits während den Aufnahmen den fertigen Film ‚im Kopf ablaufen zu lassen‘. Das Ganze nennt sich Kopfkino. Aber je mehr Übung du hast, desto mehr wirst du mit dem Kopfkino filmen. Denn dann weißt du schon während der Aufnahme, wie beispielsweise ein Übergang von der einen zur nächsten Szene am Schnittpult aussehen soll. Und dementsprechend wird gefilmt. Viele Szenen müssen vielleicht ein zweites Mal gedreht werden, damit man hinterher ein schönes Schnittbild ohne ‚abgehackten‘ Übergang bekommt. Vor allem bei Spielfilmen ist das der Fall.