Fachbegriffe – kurz erklärt

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Auf dieser Webseite tauchen immer mal wieder Fachbegriffe aus der Foto- und Videobranche auf. In diesem Bericht findest du dazu eine kurze Erläuterung. Was ist eine Blende? Wann setzt man ein Teleobjektiv und wann ein Weitwinkel ein? Was bedeudet der Charakter eines Mikrofons? All das bekommst du hier mit (hoffentlich) vernünftigen Worten erklärt.

Achsensprung

Beim Filmen befinden sich Kamera und Motiv auf einer Achse. Diese Achse ist eine gedachte Linie, welche dich mit dem gefilmten Gegenstand verbindet. Sobald du diese Achse nun verlässt, indem du z.B. einen Schritt nach links oder nach rechts machst, ergibt sich ein unschöner Achsensprung. Dasselbe passiert, wenn du zuerst aus der Normalsicht (Augenhöhe) und anschließend dasselbe Motiv aus Frosch- oder Vogelperspektive filmst. Der extremste Achsensprung ist, wenn du dich um 180° in die entgegengesetzte Richtung drehst.

Rechts von der Achse gefilmt
Strand ist auf der rechten Seite
Anschlussszene: Links von der Achse gefilmt
Strand ist links (Achsensprung um 180°)

Blende

Die Blende reguliert, wie viel Licht durch das Objektiv kommt. Wenn viel Licht durchgelassen wird, spricht man von einer großen oder offenen Blende. Die Blendenzahl ist aber klein (z.B. 1,4 oder 2,8). Eine kleine Blende (sie hat die Blendenzahl 16 oder 32) lässt dagegen nur wenig Licht durch.

Je weiter die Blende geöffnet ist, desto weniger Licht benötigst du für deine Aufnahme. Der Nachteil ist, dass sich der Schärfebereich verringert. Die Automatik in deiner Kamera entscheidet selbst, ob viel oder wenig Licht durch’s Objektiv kommen soll. Hast du wenig Licht zur Verfügung, wird sie die Blende öffnen. Ist es draußen sehr hell, wird sie die Blende zumachen (sonst wird die Aufnahme überbelichtet).

Charakteristik eines Mikrofons

Bei Mikrofonen spricht man von verschiedenen Charakteristiken. So gibt es zum Beispiel nierenförmig, herzförmig oder kugelförmig. Je nach Einsatzgebiet wählt man ein anderes Mikrofon aus. Musikgruppen wählen gerne Mikrofone mit Kugelcharakteristik. Es nimmt alle Töne gleichermaßen auf. Somit werden Instrumente, die links oder rechts auf der Bühne stehen, bei der Aufnahme nicht benachteiligt. Ein einzelner Sänger greift eher auf die Nierencharakteristik zurück. Bei ihm kommt es nur auf die Stimme und weniger auf die Nebengeräusche an.

Auch in der Videobranche gibt es kugel- und nierenförmige Mikrofone. Die in den Kameras eingebauten Automatikmikrofone haben eine Kugelcharakteristik. Zum einen sind sie in der Bauweise günstiger, zum anderen entgehen dem Filmer keine wichtigen Töne. Profis steigen jedoch auf Richtmikrofone mit Niere um. Denn diese nehmen nicht alles auf, sie ‚hören genau hin‘. Töne von links und rechts sind meist Störgeräusche, der wichtige Ton befindet sich vor der Kamera. Daher greifst du auch bei Studio-Aufnahmen oder Reportagen am besten auf ein Richtmikrofon mit Nierencharakteristig zurück.

Insertschnitt

Beim Insertschnitt wird ein bestehendes Originalbild durch ein anderes ersetzt. Dabei läuft der Ton weiter. Diese Technik wird gerne bei Moderationen angewandt. Es ist etwas langweilig, wenn ein Reporter ewig lange vor der Kamera spricht und man dabei nur sein Gesicht sieht. Mit dem Insertschnitt lässt der Editor den Text weiterlaufen, während er das Bild des Moderators durch passende Szenen ersetzt. Der Ton der Insertszene wird entweder ausgeblendet oder läuft leise im Hintergrund weiter, damit der Text des Sprechers noch verständlich ist.

Originalszene: Dokumentation über Frösche
Originalszene (Bild und Ton des Moderators)

Der Moderator wird nun durch einen Frosch ersetzt
Insertszene: Originalton bleibt, Bild wird ersetzt

Lichtstärke und Beleuchtungsstärke

Auf fast jedem Objektiv findest du die Angabe zur Lichtstärke. Meist steht ein kleine ‚f‘ davor, also z.B. f/1.4 oder f/2.8. Diese Zahl entspricht der größten Blende des Objektivs. Je kleiner diese Zahl ist, desto mehr Licht fällt auf den Aufnahmesensor deiner Kamera.

Bei Videokameras wird zusätzlich eine Mindestbeleuchtungsstärke angegeben (z.B. 3 Lux oder 6 Lux). Diese Lux-Zahl gibt an, wieviel Licht auf einer 1-qm² großen Fläche auftreffen muss, damit du noch brauchbare Ergebnisse erzielst. Auch hier gilt: je geringer die Zahl, desto weniger Licht benötigst du. Beim Kauf einer Kamera sind die Lux-Angaben nur schwer vergleichbar, da sich die Zahl auf die Größe des Kamerasensors bezieht. Eine kleinere Lux-Zahl muss bei einer Consumerkamera nicht zwangsweise schlechter sein als bei einer Profikamera, welche einen größeren Sensor hat.

Angaben zur Brennweite und zur Lichtstärke
Brennweite 2.82 – 59.2 mm = 21-fache Vergrößerung, Lichtstärke 1.8
Angaben aus einem Werbeprospekt

Tele

Der Telebereich bietet dir die größtmögliche Vergrößerung durch dein Objektiv. Bei manchen Videogeräten kannst du das Motiv 10-fach zu dir herholen, bei anderen vielleicht 50- oder sogar 80-fach. Lass dich durch diese Angaben nicht verunsichern. Objektive mit einer starken Vergrößerung sind nicht unbedingt besser. Denn zum einen lässt die wichtige Lichtstärke im Telebereich nach. Zum anderen wird der Bildausschnitt extrem eingeengt. Selbst mit einem Stativ wird es schwierig, absolut verwacklungsfrei zu filmen. Jede Erschütterung und jeder Windhauch wirkt sich sofort auf die Aufnahme aus.

Vorteile der Telefunktion:

  • Entfernte Motive können formatfüllend abgebildet werden
  • Bei Portraitaufnahmen wird der Hintergrund unscharf
  • Du kannst als Videofilmer im Verborgenen bleiben und wirst nicht gleich erkannt

Nachteile der Telefunktion:

  • Du benötigst aufgrund der schwächeren Lichtstärke mehr Umgebungslicht
  • Filmen ist aufgrund des eingeenten Bildausschnittes ohne Stativ unmöglich
  • Der Ton eines weit entfernten Motivs bleibt leise

Weitwinkel

Sobald du die kürzeste Brennweite an deinem Objektiv (also die kleinste Zahl) eingestellt hast, befindest du dich im Weitwinkelbereich.  Deine Kamera nimmt nun in einem breiten Winkel auf. Das ist ideal für Landschaftsaufnahmen oder Totale Einstellungen.

Vorteile der Weitwinkelfunktion:

  • Verwacklungsreduziertes Filmen
  • mehr Flexibilität durch einen weiten Bildausschnitt
  • Weitwinkel verzeiht falsche Scharfeinstellungen eher als der Telebereich

Nachteile der Weitwinkelfunktion:

  • wirkt auf Dauer etwas statisch und langweilig
  • bei extremen Weitwinkeln (28mm und kürzer) hat man Verzerrungen im Bild
  • entfernte Personen sind nicht gut erkennbar

Verschlusszeit

Sowohl Fotoapparate als auch Videokameras arbeiten mit Verschlusszeiten. Beim Fotografieren bedeudet das, dass du eine Aufnahme z.B. mit 1/30 Sekunde oder 1/250 Sekunde belichten kannst. Aus dem Mathematikunterricht weißt du, dass 1/30 Sek. länger sein muss als 1/250 Sek. Das heißt, die Kamera belichtet länger. Wie wirkt sich das auf die Aufnahme aus? Da die Kamera länger belichtet, steigt die Gefahr, dass du die Kamera in dieser relativ langen Zeit nicht ruhig halten kannst. Bei 1/30 Sekunde wirst du das noch hinbekommen, aber wenn du länger als 1/8 Sekunde belichtest wird es schwierig. Kurze Verschlusszeiten verwendest du, wenn du schnelle Bewegungen ‚einfrieren‘ willst. Lange Verschlusszeiten wählst du, wenn du eine Bewegung als solche darstellen möchtest. Und ganz lange Verschlusszeiten (eine Sekunde und länger) verwendest du bei Aufnahmen unter wenig Licht (z.B. Nachtaufnahmen). Die ’normale Verschlusszeit‘ bei Videokameras ist 1/50 Sek. (bei 25 fps) bzw. 1/100 Sek. (bei 50 fps.) -> fps = BIlder pro Sekunde

Zeitlupe und Zeitraffer

Die Zeitlupe verlangsamt die Bewegung, der Zeitraffer verkürzt sie. Bei manchen Kameras kannst du das direkt während dem Filmen einstellen. Ich persönlich rate davon ab, da ansonsten eine gut gefilmte Szene nicht mehr im Normalmodus abgespielt werden kann. Zeitlupe und Zeitraffer nimmst du besser während der Bearbeitung vor. Beachte dabei, dass sich nicht nur die Geschwindigkeit im Bild, sondern auch im Ton ändert. So spricht eine Person in einer Zeitraffer-Szene plötzlich mit MickyMaus-Stimme.Um das zu vermeiden, musst du das Bild vom Ton trennen. Nun kannst du beides separat bearbeiten.