Feste & Feiern

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Grund zum Feiern gibt es eigentlich immer: Hochzeiten, Familienfeste, Geburtstage, oder auch Vereinsfeiern. Da stellt sich die Frage: Soll man nur Fotos machen, oder wäre ein Film mit Live-Ton nicht doch die schönere Erinnerung für alle Beteiligten?

Dir eilt der Ruf voraus, dass du ja ’so toll filmen kannst‘. Wenn du Spaß daran hast, dann wäre so ein Film möglicherweise ein budgetmäßig günstiges Geschenk, für die Brautleute oder für das Geburtstagskind. Das einzige, was du investieren musst, ist deine Arbeitszeit. Eines muss dir jedoch klar sein: Wenn du der Hauptfilmer bist (d.h. mit deiner Ausrüstung unterscheidest du dich von den vielen Handyfilmern), dann wirst du als Gast relativ wenig von der Feier haben. Vor allem bei einer Hochzeitsfeier musst ständig zur Stelle sein, darfst nichts Wichtiges versäumen. Ich selbst habe bei der Hochzeit eines Freundes nicht mitbekommen, wie der Bräutigam-Vater seine Tischrede begonnen hat. Der Anfang der Rede hat gefehlt, und das wurde mir noch Jahre später vorgehalten. Damit dir das nicht passiert, habe ich in diesem Beitrag ein paar Tipps zusammengestellt.

Familienfeste

Runde Geburtstage, Konfirmationen und Kommunionen, oder die Goldene Hochzeit von Oma und Opa: Als Filmer hast du in erster Linie die Aufgabe, alle geladenen Gäste vor die Kamera zu bekommen. Besorge dir vorab eine Gästeliste und lass dir am Drehtag von einem Insider erklären, wer die Leute sind (Freunde, Klassenkameraden, Verwandtschaft). Dein Film sollte einen richtigen Aufbau mit Anfang, Mittelteil, und Schluss haben. Hier ein paar Denkanstöße:

  • Als Einleitung kannst du vor der Kamera persönliche Worte an die Hauptperson aussprechen. Außerdem zeigst du einen schönen Titel mit dem Datum der Feier. Bei einem runden Geburtstag kann die Zahl ruhig in Übergröße gezeigt werden.
  • Sind Vorführungen, Tischreden oder Live-Musik angesagt? Auch das Auspacken der Geschenke darf nicht fehlen.
  • Gibt es einen Fassanstich bei der Gartenparty? Oder einen Sektempfang?
  • Bei Feiern im Gasthaus dürfen auch Bedienungen gezeigt werden. Vielleicht darfst du sogar einen Blick hinter die Kulissen (Küche, Ausschank) werfen?
  • Filme abwechslungsreich! Wichtig sind Nahaufnahmen. Denn dem Beschenkten sind Aufnahmen der Gäste am Wichtigsten. Verzichte aber auf Großaufnahmen beim Essen.
  • Wichtig ist der Ton. Wenn du kein Richtmikrofon hast, musst du den Leuten mit der Kamera auf die Pelle rücken und möglichst nah rangehen. Deine ‚Aufdringlichkeit‘ wird man dir innerhalb der Familie verzeihen.
  • Nehme während der Feier Interviews mit den Gästen auf. Sicherlich hilft einer aus der Familie und stellt die Fragen, so dass du die Kamera bedienen kannst. Falls du oder der Interviewer nicht zu den spontanen Menschen zählen, solltest du vorher die Fragen aufschreiben. Sonst endet dein Interview in einem planlosen Gestammel. Stelle nicht jedem Gast dieselben Fragen. Bei Freunden des Jubilars kann man z.B. fragen, wie diese sich kennengelernt haben. Bei Familienangehörigen interessieren wilde Geschichten aus der Kindheit. Fragen und Antworten dürfen ruhig lustig sein.
  • Am Ende verabschiedest du dich mit Glückwünschen für die Zukunft.

Hochzeitsfilme

Eine Hochzeit ist ein einmaliger Tag im Leben, der sich nicht wiederholen lässt. Wenn du bei einer solchen Feier als Filmer eingeplant bist, lastet ein gewisser Druck auf dir. Es sollte möglichst nichts schiefgehen beim Filmen. Einigen Brautleuten ist ein professionelles Kamerateam zu kostspielig, daher greift man gerne auch mal auf die ohnehin eingeladene Verwandtschaft zurück. Ein Profi hält sich dabei immer im Hintergrund, um andere nicht zu stören. Trotzdem entgeht ihm nichts, da er viele Aufnahmen mit der Teleeinstellung dreht. Hier eine kleine Checkliste, damit dein Film ein voller Erfolg wird:

Vorbereitungen

  • Schreib eine Checkliste. Darin steht, was im Film auf keinen Fall fehlen darf. Dazu zählen z.B. der Einzug in die Kirche, die Ringübergabe, der Sektempfang mit den Gästen, die Abfahrt mit Kutsche/Auto, der Anschnitt der Hochzeitstorte, der Hochzeitstanz. Sicherlich fallen dir noch mehr Dinge ein.
  • Hast du eventuell einen zweiten Filmer, der dich unterstützen kann? In der Kirche kann es sinnvoll sein, wenn einer die Totale (mit dem Originalton) filmt und der andere übernimmt die Großaufnahmen.
  • Nimm auf jeden Fall genügend Strom mit. Akkus müssen geladen sein, zwei Ersatzakkus sind Pflicht! Dasselbe gilt für die Speicherkarten. Bei einer Auflösung von 1080i (HD) bedeudet 1 GB ungefähr 5-6 Minuten Filmzeit. Bei 6 Stunden Rohmaterial (und das kommt schnell zusammen) solltest du mindestens 2 bis 3 Karten à 64 GB dabei haben. Mehrere kleine Karten sind besser als eine Große: Für den Fall, dass eine der Karten defekt ist.
  • Ist dein Stativ standfest genug? Kann man damit auch mal einen Schwenk durchführen, ohne dass es ruckelt?
  • Auf vielen Hochzeiten gibt es einen Organisator. Der- bzw diejenige koordiniert, wann welche Aufführung stattfinden wird. Nimm den Organisator als Kontaktperson. Er soll dir rechtzeitig sagen, welche Darbietung nächstes kommen wird
  • Falls du nicht zum engen Familienkreis gehörst, lass dir erklären, wer die Eltern, die Geschwister und die Trauzeugen sind. Diese sollten im Film häufiger vorkommen als andere.

Drehorte

  • Schau dir vorher das Standesamt und die Kirche an. Wo kannst du dein Stativ am besten aufstellen, so dass du als Filmer zwar alles im Blick hast, aber trotzdem im Hintergrund bleibst? Stativbeine und Stromkabel sind Stolperfallen für andere!
  • Kannst du die Kamera an einer Steckdose anschließen, um Akkus für die anschließende Feier zu sparen?
  • Mach Testaufnahmen in Standesamt und Kirche. Da du kein Zusatzlicht einsetzen kannst, musst du mit dem vorhandenen Licht auskommen. Gibt es große, helle Fenster? Ist die Kamera lichtstark genug?
  • Schau dir auch die weiteren Räume an, z.B. den Festsaal. Wo ist die Bühne, wo finden Aufführungen statt? Wo spielt die Band oder der DJ? Von wo aus kannst du am besten Filmen, ohne anderen die Sicht zu nehmen? Frag die Brautleute, ob du in der Nähe der Bühne sitzen darfst. Dann bist du schnell zur Stelle, wenn ein Vortrag beginnt.

Es kann natürlich passieren, dass du die Orte vorher gar nicht besichtigen kannst. Weil du in Süddeutschland wohnst, die Hochzeitsfeier aber in Hamburg stattfindet. Dann muss es natürlich auch reichen, wenn du kurz vor der Trauung das Standesamt oder die Kirche besichtigst. Sei einfach eine halbe Stunde vorher da und kläre mit einem Verantwortlichen (z.B. dem Pfarrer oder dem Standesbeamten), wo du dich hinstellen darfst.

Filmaufnahmen

  • Filme den Großteil aus der Normalperspektive, also aus Augenhöhe. Viele Kirchen haben eine Empore, von welchen du eine Vogelperspektive auf die Hochzeitsgäste filmen kannst. Da man aus dieser Sicht einzelne Gesichter nicht erkennt, verzichte im Zweifelsfall darauf und filme die einmarschierende Gesellschaft lieber von vorne.
  • Groß- und Nahaufnahmen sind wichtig, z.B. beim Kuss, beim Anschneiden der Torte und beim Sektempfang. Bei diesem hast du die Möglichkeit, alle Gäste vor die Kamera zu bekommen. Später bei der Feier wird das etwas schwieriger, weil sich Gruppen bilden und die Menschen auf einem großen Raum verteilen.
  • Filme nicht beim Essen, egal ob Kaffee+Kuchen oder Abendessen. Höchstens mal eine Gesamtaufnahme, aber keine Portraits. Das ist fast allen Menschen unangenehm und sieht im geschnittenen Film auch nicht gut aus. Außerdem brauchst du als Filmer auch mal eine Pause.

Weitere Ideen für den Hochzeitsfilm

  • Zu einer richtigen Love-Story gehören auch Aufnahmen vor dem offiziellen Beginn: Der Bräutigam bindet die Krawatte, die Braut sitzt beim Friseur. Spannend für das Hochzeitspaar sind später Aufnahmen, von denen sie nichts mitbekommen haben, wie z.B. die aufgeregten Eltern vor der Kirche.
  • Vielleicht denkst du dir eine gespielte Comedy-Story aus? Der Bräutigam vergisst die Eheringe zuhause, im Hochzeitsauto ist kein Benzin?
  • Machst du in einer Pause Interviews mit den Gästen? Dann schreibe die Fragen dazu auf. Solche Interviews kannst du im Filmschnitt immer wieder einbauen, als Übergang zwischen unterschiedlichen Darbietungen
  • Eine Brautentführung könnte zu einem Krimi mit spannender Musik werden.

Bearbeitung

Der geschnittene Hochzeitsfilm sollte 25 bis maximal 40 Minuten lang sein. Das ist nicht einfach, denn vermutlich hast du mehrere Stunden Rohmaterial und musst nun entscheiden, welche Szenen es in den Film schaffen. Gehe nicht davon aus, dass die Brautleute sauer sind, wenn du aus dem umfangreichen Rohmaterial nur einen Zusammenschnitt erstellst. Sie werden es dir danken, denn je kürzer der Film ist, desto öfter wird man ihn anschauen und anderen vorführen. Der Kirchliche bzw. Standesamtliche Teil nimmt jeweils etwa 10-15% des Gesamtfilms ein. Der Schluss (Brautwalzer, Tanzen, Verabschiedung) 5 – 10%. Den Rest hast du für Sektempfang, Aufführungen und Interviews zur Verfügung. Diese Angaben sind nur Anhaltswerte. Falls es zu sehr vielen Aufführungen kommt, kann so ein Film natürlich auch mal länger werden.