Filmen vor dem Greenscreen

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Aufnahmen vor dem Greeenscreen-Hintergrund sind besonders spannend. Denn schon mit günstigen Bearbeitungsprogrammen kannst du das Grün entfernen und durch ein Bild deiner Wahl ersetzen. Bei vielen Fernsehproduktionen kommt dieser Effekt zum Einsatz. Am bekanntesten sind wohl die Nachrichtensendungen, bei welchen Moderatoren und Reporter vor einem zum Thema passenden Motiv platziert werden.

Warum Grün und nicht irgendeine andere Farbe?

Die ersten Greenscreen-Hintergründe waren blau. Darum sprach man jahrzehntelang ausschließlich vom Bluescreen. Der wohl bekannteste Kinderfilm, bei welchem die Bluescreen-Technik professionell eingesetzt wurde, ist ‚Die unendliche Geschichte‘. Der erste Spielfilm war jedoch ‚King Kong‘ aus dem Jahr 1933, der in Schwarzweiß gedreht wurde. Blau war die Farbe, die am seltensten in der menschlichen Haut vorkam. Vor einigen Jahren sind die Profis auf Grün umgestiegen. Warum nun lieber grün als blau?

Am PC wird später der farbige Hintergrund entfernt. Aber du musst aufpassen: Alle ähnlichen Farben werden aus deinem Motiv ebenfalls ausgestanzt. Und mal ehrlich: Du trägst in deinen Anziehsachen doch viel mehr Blau als Grün, oder? Man denke nur an den Jeansstoff, der zu Beginn der Bluescreentechnik noch gar nicht so populär war.

Außerdem sind Digitalkameras empfindlicher und schärfer geworden. So könnte es dir beim Bluescreen passieren, dass die blauen Augen des Moderators verschwinden. Und leuchtend grüne Augen gibt es ja wohl seltener. Auch in den Hauttönen kommt grün noch seltener vor als blau, denn bei manchen Menschen schimmern die blauen Adern durch die Haut. Daher: lieber den grünen Hintergrund wählen! Andere Farben wie rot, gelb oder schwarz kommen gar nicht in Frage, denn ähnliche Farbtöne hat man oft in der Haarfarbe.

Darauf solltest du bei der Aufnahme achten

  • Als Hintergrund kannst du ein Tuch oder einen grünen Karton verwenden. Ich habe meine Greenscreens meistens im örtlichen Stoffladen geholt. Das war erstens günstig, und zweitens kann man sich den Stoff gleich auf die gewünschte Größe zuschneiden oder auch umnähen lassen. Natürlich gibt es verschiedene Grüntöne. Am besten klappt es mit einem saftigen Grasgrün, welches aber nicht zu dunkel sein darf. Lindgrün oder Hellgrün sind weniger geeignet.
  • Falls du dich für die Stoff-Variante entscheidest, dann achte darauf, dass dieser ‚blickdicht‘ ist. Das heißt, er sollte nicht zu dünn sein. Wenn du den Stoff in deinem Zimmer mit Heftzwecken an der Wand befestigst, ist das kein Problem. Sobald du aber mit einem Hintergrundgestell im Freien filmst, sieht man die Schatten der Personen, die hinter dem Greenscreen vorbeihuschen. Ich persönlich habe mich nach einigen Fehlbestellungen für einen Fleecestoff entschieden. Der hat zwar etwas Struktur, aber dafür scheint kein Licht hindurch. Bei einem leichten Gestell könnte der Fleecestoff zu schwer sein.
  • Wichtig ist eine gleichmäßige Ausleuchtung. Schatten durch Sonnen- oder Lampeneinstrahlung sind Mist, denn die bekommst du bei der Bearbeitung nur schwer entfernt. Filmst du also im Freien, dann suche ein schattiges Plätzchen für den Greenscreen.
  • Der Hintergrund sollte knitter- und faltenfrei sein. Jede Unebenheit verursacht Schatten und Linien im Bild. Das ist bei Stoffen nicht immer einfach. Am besten hast du links und rechts zwei Helfer, welche das Tuch straff spannen. Mit Wäscheklammern kannst du den Stoff am Gestell befestigen.

Die Bearbeitung

Sobald dein Schnittprogramm einen so genannten „Chroma Key“ oder „Ultra Key“ hat, kannst du diesen für die Greenscreen-Technik einsetzen. ‚Key‘ ist Englisch und heißt Schlüssel: Die ausgewählte Farbe ist somit die Schlüsselfarbe, die du per Mausklick ausradieren wirst.

Deine Greenscreen-Szene befindet sich der oberen Videospur (z.B. Spur 2). Mit einer Pinselfunktion entfernst du die gewünschte Farbe. Das Grün verschwindet, dafür erhältst du eine schwarze Fläche. Das heißt, es fehlt nur noch der neue Hintergrund. Diesen fügst du auf der unteren Spur (Spur 1) ein. Und schon hast du beide Szenen gemischt. So könntest du mehrere Greenscreen-Aufnahmen übereinander stapeln. Stell dir das Ganze wie ein Sandwich vor: Unten ist das Toastbrot (=der Hintergrund), darüber stapelst du Tomaten, Salat, Käse usw.

Tricks vor dem Greenscreen

Vor dem Greenscreen-Hintergrund kannst du alle möglichen Tricks ausprobieren. Es sieht natürlich nicht so wie bei den Profis aus, macht aber trotzdem viel Spaß. Hier ein paar Beispiele:

  • Qualm, Rauch oder Dampf: Bringe vor dem Greenscreen einen Wasserkocher zum Kochen. Filme den Hintergrund überhalb vom Kocher, da man den Deckel im Bild nicht sehen darf. Bei der Bearbeitung klickst du auf eine grüne Stelle, und schon hast du dampfende Rauchschwaden im Bild.
  • Regen: Genauso kannst du Regen erzeugen. Nimm eine große Gießkanne und leere sie vor dem Greenscreen langsam aus. Du wirst nur einen Teil der Szene verwenden können, da am Ende der Strahl nicht mehr gleichmäßig ist. Das macht aber nix: Schneide die besten Sekunden heraus und lass sie bei einer längeren Filmszene immer wieder von vorne ablaufen.
  • Spiderman: Schauspieler ‚klettert‘ vor dem Greenscreen in die Höhe. Mit ein wenig Trickserei sieht es so aus, als ob die Figur am Hochhaus hochklettert. Auch ‚Zwerg und Riese‘ sind auf diese Art machbar. Der Riese bleibt in Originalgröße, der Zwerg muss im Bearbeitungsprogramm verkleinert und richtig positioniert werden. werden.
  • Fliegender Teppich: Setz dich vor dem Greenscreen auf einen kleinen Teppich. Den Hintergrund ersetzt du gegen ein Bild. Noch besser wirkt es mit einem laufenden Videofilm. Filme bei der nächsten Bahn- oder Flugreise aus dem Fenster (nicht schräg, sondern gerade). Somit sieht es wirklich aus, als ob der Teppich fliegt. Es muss nicht unbedingt ein Teppich sein: Auch Superman oder ein Gespenst kann auf diese Weise durch das Bild fliegen.
  • Beim Einschussloch klebst du grüne runde Kartonstücke auf das T-Shirt.