Ideenfindung

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Du möchtest einen Film drehen! Nachdem du dich für ein Genre entschieden hast, müssen Ideen her. Was kann in dem Film gezeigt werden? Wichtig ist, wie lange der Film werden soll. Wenn du nur einen einminütigen Kurzfilm drehst benötigst du natürlich nicht so viele Ideen wie bei einem zehnminütigen Spielfilm. Am besten schreibst du deine Einfälle auf ein Blatt Papier. Später werden diese dann aussortiert und in Anfang, Mittelteil und Schluss aufgeteilt.

Wie findet man gute Ideen?

Die meisten Ideen begegnen einem im wahren Leben. Auf der Straße, in der S-Bahn, beim Spazierengehen, in der Schule oder auf der Arbeit. Überall wirst du Menschen oder Dingen begegnen, welche sich für deine Filmgeschichte eignen. Darum haben Autoren immer einen Notizblock dabei, um ihre Ideen aufzuschreiben. Natürlich geht auch die Voice-Funktion im Handy. Hauptsache, du vergisst deine Ideen nicht, bis du zuhause bist.

Aber auch am Schreibtisch können gute Ideen entstehen. Schreibe in die Mitte eines Blatt Papiers deinen Oberbegriff. Diesen kreist du ein. Stell dir vor, dieser Kreis ist der Körper eines Tintenfischs. Nun schreibst du rund um dieses Hauptthema weitere Worte, die dazu passen. Mit Strichen stellst du eine Verbindung zwischen den Nebenwörtern und dem Hauptbegriff her. Das werden die Tentakel deines Octopus. So könnte im Körper das Wort „Einbruch ins Schulhaus“ stehen, da du einen Krimi drehen möchtest. An einer der Tentakel schreibst du Wörter zu den Schauspielern, z.B. Schüler, Lehrer, Polizei, Direktor. Der nächste Arm besteht aus Wörtern zu den Drehorten, z.B. Schulhof, Lehrerzimmer, Klassenzimmer. Und so weiter.

Besonders in der Gruppe macht es Spaß, ein ‚Brainstorming‘ zu veranstalten. Schau doch mal unter dem Bericht ‚Spielfilm: Comedy‘ nach. Am Ende findest du ein paar Vorschläge, wie man bei einem Comedy-Film auf witzige Ideen kommt.

W-Fragen stellen

In fast jeder Geschichte gibt es einen Protagonisten und einen Antagonisten. Diese beiden bringen die Spannung in den Film, da es zwischen ihnen ein Problem gibt. Der Protagonist ist der Haupthandelnde, der Antagonist der Gegenspieler. Je nach Genre können dies Einzelpersonen (ein Ermittler), Gruppen (eine Kinderbande), Dinge (ein Staubsaugerroboter) oder eine Naturkatastrophe (eine Überschwemmung) sein. Beim Vorbereiten deines Drehbuchs solltest du soviele W-Fragen wie möglich klären:

  • WAS ist passiert? – Das ist das Thema der Geschichte, z.B. ein Einbruch
  • WER ist beteiligt? – Protagonisten, Antagonisten, Nebendarsteller wie z.B. Zeugen
  • WIE ist es dazu gekommen? – Das ist die Vorgeschichte, z.B. wurde der Täter von einem Kumpel zum Einbruch überredet?
  • WARUM hat der Pro-/Angatonist so gehandelt? – Das ist das Motiv, z.B. Geldgier oder Mutprobe
  • WO spielt die Geschichte? – Gibt es nur einen oder mehrere Drehorte?

Beim Storyboard zu einem Erklärvideo sind die W-Wörter dieselben, allerdings fällt die Fragestellung anders aus:

  • WAS möchte ich erklären? – Das ist der Titel deines Erklärfilms, z.B. „Papierflieger basteln“
  • WIE möchte ich erklären? – Mit einem live-gesprochenen Video? Oder lieber mit einem nachträglich eingefügten Off-Text?
  • WOMIT möchte ich erklären? – Welche Hilfsmittel (Werkzeug, Lineal, Materialien) benötige ich?
  • WO möchte ich erklären? – In meinem Studio, oder draußen in freier Natur?
  • WER erklärt und WER filmt? – Übernehme ich selbst sämtliche Aufgaben, oder bekomme ich Hilfe?
  • WEM möchte ich etwas erklären? – Welche Personengruppe wird sich für meinen Film interessieren?

Stichpunkte sortieren

Wenn du genügend Stichpunkte gesammelt hast, geht es um das Aussortieren. Welche Idee ist wirklich gut, welche schiebst du erst einmal beiseite? Vielleicht warst du beim Brainstorming zu euphorisch und dir fällt erst bei genauer Überlegung auf, dass sich der geplante Einbruch mit den zur Verfügung stehenden Mitteln überhaupt nicht umsetzen lässt. Die restlichen Stichworte werden aufgeteilt. Was passiert am Anfang, was passiert im Mittelteil, und was passiert am Schluss? Und wie das funktioniert, erfährst du in einem separaten Beitrag.