Kamerafahrt & Kameraverfolgung

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Die Kamerafahrt wirkt auf den Zuschauer natürlicher als eine Zoomfahrt. Beides mal versuchst du, ein weit entferntes Motiv zu vergrößern, also näher zu dir heranzuholen. Bei der Zoomfahrt machst du das über die Tele-Weitwinkel-Taste deiner Kamera. Hast du den Beitrag über die Zoombewegungen bereits gelesen? Dann kennst du inzwischen die Nachteile.

Bei den richtigen Profis vom Fernsehen sieht eine Kamerfahrt folgendermaßen aus: Sie verlegen Schienen auf dem Boden, auf welchen sie einen Stativwagen entlangfahren lassen. Diese Möglichkeit hast du als Hobbyfilmer natürlich kaum. Zum einen würde solch eine professionelle Ausrüstung deinen finanziellen Rahmen sprengen, zum anderen ist der organisatorische Aufwand sehr groß im Verhältnis zu deinem Ergebnis.

Deine Kamerafahrt sieht folgendermaßen aus: Du näherst dich mit den Füßen deinem Motiv. Der Vorteil gegenüber der Zoomfahrt ist, dass die Perspektive dieselbe bleibt. Deine Person ist somit immer gleich weit zum Hintergrund entfernt. Die Einstellung am Kameraobjektiv lässt du im Weitwinkelbereich. Je mehr du im Telebereich filmen würdest, desto mehr wird gewackelt. Du musst darauf achten, dass du die Kamera so ruhig wie möglich hältst. Denn alleine durch das Gehen wird das Bild unruhig.

Handhaltung während der Kamerafahrt

  • Kamerafahrt aus Augenhöhe: einfach beide Arme vor dir ausstrecken und mit auf dem Monitor die Szene während dem Filmen kontrollieren.
  • Kamerafahrt aus Bauchhöhe: hierbei kannst du die Arme anwinkeln, die Kamera befindet sich nun direkt vor deinem Bauch. Es kann sein, dass du mit dieser Handhaltung ruhiger filmst als mit den ausgestreckten Armen. Einfach mal testen!
  • Kamerafahrt aus der Froschperspektive: Du beugst dich nach vorne, deine Kamera hältst du schräg nach oben. Damit erzeugst du vor allem beim Krimi eine höhere Spannung als bei den ersten beiden Punkten.
  • Kamerafahrt aus der Ameisenperspektive: Du filmst genauso wie bei der Froschperspektive, aber deine Kamera blickt geradeaus.

Kameraverfolgung

Bei der Kamerafahrt bewegst du dich auf das Motiv zu. Bei der Kameraverfolgung läufst du hinter oder auch ihm her. Ich persönlich setze die oben erwähnte Ameisenperspektive gerne bei einer Verfolgungsjagd sein. Dabei laufe ich hinter dem davonschleichenden Gangster her und filme nur seine Schuhe/Beine. Das funktioniert auch andersrum: einfach rückwärts vor dem Schauspieler gehen, er kommt im selben Tempo auf dich zu. Die Ameisenperspektive entspricht auch der sichtweise kleiner Tiere. So kannst du mit damit eine Kamerafahrt aus dem Blick einer Schlange filmen.