Bühnenaufnahmen

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Stell dir vor, deine Klassenkameraden haben eine Rockband. Du bekommst von ihnen den Auftrag, beim nächsten Schulfest ihren Bühnenauftritt zu filmen. Keine leichte Aufgabe, denn die Band erwartet eine gute Qualität. Nicht nur das Bild muss stimmen, auch der Ton muss super sein. Egal, ob es nun eine Musik- oder eine Theateraufführung ist: Mit der Videofunktion in deinem Mobiltelefon kommst du nicht weit. Optimal ist es, wenn du 2 – 3 Kameras zur Verfügung hast und dir ein paar Freunde bei den Aufnahmen helfen.

Kameraposition bei Bühnenaufnahmen

Eine Bühnenaufnahme sollte gut geplant sein. Einfach hingehen und drauflos filmen ist schlecht. Denn du solltest erst einmal ein Gefühl für die Hallengröße, für die Bühnenbreite und für den Aufnahmeabbstand zur Bühne bekommen. Dann überlegst du, wo du die Kamera am besten platzierst. Sofern du Testaufnahmen machen darfst, ist das natürlich klasse. Am besten, wenn die Band oder die Theatergruppe probt. Denn dann bekommst du gleich ein Feeling für die Lautstärke. Falls du nur eine Aufnammekamera zur Verfügung hast, musst du genau überlegen, wo du dich aufstellst.

  • Wählst du einen zentralen Punkt gegenüber des Podiums, werden alle Akteure gleichermaßen gefilmt. Du hast einen schönen Gesamteindruck der Bühne. Der Nachteil an dieser Position ist, dass das eingebaute Kameramikrofon auch die Umgebungsgeräusche des Publikums aufnimmt, da es eine Kugelcharakteristik hat. Außerdem wirken die Darsteller sehr klein und sind möglicherweise schwer erkennbar.
  • Eine andere Position wäre seitlich der Bühne. Der Vorteil ist, dass der Ton lauter ist und du die Nebengeräusche nicht so stark hörst. Allerdings musst du darauf achten, dass der Ton nicht übersteuert und somit verzerrt wird. Der Nachteil ist, dass die Darsteller auf der entgegen gesetzten Seite weniger erkennbar sind als diejenigen, die direkt vor dir spielen.

Am ungeeignetsten ist eine zentrale Position direkt vor der Bühne. Du bekommst die gesamte Bühne nicht auf’s Bild und wirst gezwungen, öfter nach links oder rechts zu schwenken. Das bringt Unruhe ins Bild und die Tonaufnahme ist auch nicht optimal.

Filmen mit mehreren Kameras

Ideal ist es, wenn du mit zwei oder drei Kameras filmen kannst. Dazu benötigst du natürlich zwei Co-Kameramänner/-frauen, mit denen du dich vorher absprechen musst. Bei zwei Filmern stellt sich Kamera 1 in einiger Entfernung gegenüber der Bühne auf. Sie sollte die bessere der beiden Aufnahmegeräte sein, denn sie ist gleichzeitig für die Tonaufzeichnung verantwortlich. Sprich, diese Tonaufnahme wird später bei der Filmbearbeitung als Originalton verwendet. Die Kamera läuft während der gesamten Vorstellung. Auch, wenn diese eine Stunde lang ist. Das ist wichtig, denn nur so kannst du die Aufnahme später problemlos mit Kamera 2 mischen. Am besten ist es, wenn die Hauptkamera über eine Steckdose angeschlossen ist. Akkus können schlapp machen, und dann fehlt euch ein Teil der Aufführung.

Kamera 2 steht auf einem Stativ seitlich der Bühne. Da Kamera 1 die gesamte Show durchgehend aufnimmt, kann Kamera 2 auch mal die Seiten wechseln oder Großaufnahmen der Darsteller liefern. Diese schneidet ihr später an die richtige Aufnahmeposition von Kamera 1. Der Ton wird euch helfen, die exakt richtige Stelle zu treffen.

Interessant wird es bei einem dritten Filmer. Kamera 2 kann am Bühnenrand stehenbleiben, während Kamera 3 entweder mit oder ohne Stativ variiert und aus allen Positionen filmt. Vielleicht kann Kamera 3 sogar auf die Bühne? Wenn ihr euch dort im Hintergrund haltet, könnt ihr aus Sicht der Darsteller das applaudierende Publikum filmen und somit einen wirklich abwechslungsreichen Bühnenmitschnitt machen.

Was den Ton von Kamera 1 betrifft: falls du an dieser Kamera ein Richtmikrofon anschließen kannst, ist das ideal. Profis legen ein langes Mikrofonkabel und platzieren dort auf einem zweiten Stativ das Mikrofon. Aber das ist schon mit sehr viel Aufwand verbunden, denn zum einen brauchst du ein 6 – 10 Meter langes Mikrofonkabel. Und dieses musst du mit Klebeband am Boden befestigen, damit keiner drüber stolpert. Sobald die Hauptkamera einen ordentlichen Ton liefert, können Kamera 2 und 3 auch einfachere Handykameras sein.

Hier ein Beispiel-Konzertvideo aus dem Jahr 2015, entstanden in Herrenberg.