Präsentationsfilme

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Du möchtest dich oder eine Gruppe mit einem Videofilm vorstellen? Es gibt zahlreiche Gelegenheiten, bei welchen eine solche Präsentation sinnvoll ist, manchmal sogar verlangt wird. Vielleicht möchte sich deine Klasse bei einer Fernsehshow wie ‚Die beste Klasse Deutschlands‘ bewerben? Berufsanwärter präsentieren sich bei Unternehmen mit einem persönlichen Bewerbungsvideo. Auch auf Homepages oder YouTube-Kanälen findet man immer häufiger Präsentationsfilme. Damit sprichst du die Zuschauer mehr als ’nur‘ mit Bildern. Möglicherweise möchte dein Sportverein einen Imagefilm drehen, um neue Mitglieder anzusprechen? Und du bist mit deinen Videokenntnissen genau die richtige Person für diesen Auftrag?

Die Filmlänge

Ein Bewerbungs- bzw. Präsentationsfilm sollte auf jeden Fall ein Kurzfilm sein. Was heißt nun aber ‚Kurz‘? Für den einen sind 90 Sekunden kurz, für den anderen 5 Minuten. Antwort: Es kommt immer darauf an, was du zeigen willst, und wer sich den Film anschauen wird. Manche Dinge kannst du mit schnell geschnittenen Szenen und einem flotten Kommentar in 90 Sekunden zeigen, andere benötigen etwas mehr Erklärungsbedarf. Generell würde ich sagen: so lange wie nötig und so kurz wie möglich. Wenn du etwas 5 Minuten lang erklärst, was man eigentlich auch in 2 Minuten sagen könnte, wird sich der Zuschauer langweilen und abschalten. Nimm dir vor, dass deine Präsentation 3 Minuten nicht übersteigen sollte. Das ist nicht einfach. Vielleicht wird dein Filmchen etwas länger oder kürzer.

Der Anfang im Kurzfilm

Wie bei einem Spielfilm benötigt auch der Kurzfilm einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss. Wobei alles natürlich etwas zackiger ausfällt. Als Anhaltspunkt nehme ich meistens 10-15% der Gesamtlänge für den Anfang, eben soviel für den Schluss. Der Rest in der Mitte ist der Hauptteil.

Am Anfang stellst du dich mit den wichtigsten Fakten vor. Je nachdem, wo du dich, deine Schulklasse oder deinen Verein vorstellst, können die folgenden W-Fragen anders ausfallen:

  • Wie heißt du?
  • Wo wohnst du?
  • Wie alt bist du?
  • Warum bewirbst du dich?
  • In welche Klasse bzw. Schule geht ihr?
  • Warum denkt ihr, dass ihr beim Wettbewerb gewinnt? Warum seid ihr unschlagbar?
  • Seit wann gibt es den Verein? Was wird Neuzugängen geboten?
  • Was hat dich dazu bewogen, diesen YouTube-Kanal ins Leben zu rufen?

Die wichtigsten Punkte können mit 2-3 Sätzen in der Einleitung abgehakt werden. Sprich nicht zu schnell. Die Einleitung ist wichtig, denn hier entscheidet sich bereits, ob der Zuhörer daran interessiert ist, mehr von dir/euch zu erfahren. Wenn du undeutlich sprichst und Worte wegnuschelst, wird er vermutlich abschalten.

Der Hauptteil im Kurzfilm

Im Mittelteil erzählst du etwas von dir und deinen Interessen. Da du nicht viel Zeit hast, beschränkst du dich nur auf das wirklich Wesentliche und Wichtige. Dass ein Schulabgänger noch nicht so viel Lebenserfahrung hat wie ein 30-jähriger, ist klar. Darum fallen auch hier die Präsentationsmerkmale unterschiedlich aus.

  • Wer gehört zu deiner Familie?
  • Welche Hobbies hast du?
  • Wie lange … (z.B. übst du den Sport aus)?
  • Welches sind deine Lieblingsfächer?
  • Wann hast du den Schulabschluss gemacht, was hast du studiert?
  • Welche Stärken und Interessen haben die einzelnen Klassenmitglieder?
  • Was hat dich dazu bewogen, diesen YouTube-Kanal ins Leben zu rufen?
  • Was wird außerhalb der Trainingszeit geboten? Gibt es Wettkämpfe oder Feiern?
  • Welche Ziele hast du / habt ihr?
  • Welche Erfolge hast du vorzuweisen?
  • Was erwartet den Zuschauer auf deinem YouTube-Kanal? Welche Themen wirst du aufgreifen?

Im Hauptteil solltest du – wenn möglich – eine Spannungssteigerung reinbringen. Beginne mit ein paar interessanten Dingen; dein ‚Highlight‘ hebst du dir für das Ende des Hauptteils auf. Versuche aber nicht, den Zuhörer mit Informationen vollzuquasseln. Beschränke dich auf das wirklich Wichtige und mach auch mal eine Sprechpause. Die ist wichtig, damit der Zuschauer das Gehörte verarbeiten kann.

Vielleicht hast du sogar eine Idee, deine Präsentation als kleine Geschichte (Spielfilm) darzustellen? Wenn du der humorvolle Typ bist, kann auch ein wenig Witz oder Selbstironie nicht schaden, sofern sie nicht ins Lächerliche kippt. Wenn der Betrachter merkt, dass du dich selbst nicht zu wichtig nimmst, ist das in den meisten Fällen nicht verkehrt. Du trittst somit weniger überheblich auf.

Der Schlussteil im Kurzfilm

Im Schlussteil verabschiedest du dich von den Zuschauern. Du darfst ruhig nochmal bekräftigen, warum dir dieser Job / dieser Wettbewerb so wichtig ist. Wünsche deinen Zuschauern einen schönen Tag, eine schöne Woche oder ein schönes Leben:-) Bedanke dich für ihre Aufmerksamkeit. Bei einem Präsentationsfilm für deinen YouTube-Kanal wünscht du deinen Zuschauern viel Spaß beim Anschauen deiner Filmclips.

Filmaufnahmen und Nachbearbeitung

Wenn du dich persönlich vorstellen willst (z.B. wenn es um eine Arbeitsstelle geht), dann solltest du hauptsächlich dich selbst zeigen. Besondere Auszeichnungen kann man ruhig mal vor die Kameralinse halten. Du berichtest, dass du gerne Sport machst? Dann zeige eine kleine Zusammenfassung deiner sportlichen Aktivitäten.

Bei einer Gruppen- oder Vereinspräsentation kann man natürlich nicht jedes Mitglied einzeln zeigen, das ist auch gar nicht nötig. Picke 2 – 3 Leute raus, die etwas Interessantes zu sagen haben oder die etwas Besonders geleistet haben (z.B. Wettbewerbe gewonnen). Es ist schließlich nicht jedermanns Ding, frei vor der Kamera zu sprechen.

Wichtig bei der Aufnahme ist der Ton. Der ist bei einer Präsentation mindestens so wichtig wie das Bild. Sobald lästige Umgebungsgeräusche die Aufnahme stören, wird der Zuhörer unnötig vom Wesentlichen abgelenkt.

Bei der Bearbeitung würde ich zu Beginn einen kurzen Titel einblenden. Beim Schnitt achtest du darauf, dass der Ton immer zum Bild passt. Wenn du 20 Sekunden Bildmaterial zu einem bestimmten Thema zeigst, dann sollte dein Text nicht 30 Sekunden lang sein. Am besten ist es, du machst vorab ein Storyboard und schreibst deinen Text auf ein Blatt Papier. In einer Stichprobe weißt du dann, wie lange dein Film werden könnte. Müssen Textteile gestrichen werden, oder musst du irgendwo ‚auffüllen‘? Anschließend drehst du deine Szenen laut Storyboard.