Rechtliche Infos für Editoren

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Im Internet gibt es Anbieter, bei welchen Du Musik und Geräusche herunterladen kannst. Manchmal sind diese Downloads kostenpflichtig, Du kannst aber auch richtig gute Musikstücke für wenig Geld oder sogar kostenlos bekommen. An dieser Stelle möchte ich dir kurz erklären, was es mit den Musikrechten auf sich hat:

Jeder Musiker ist ein Künstler. Wenn er ein neues Musikstück komponiert, ist er der Urheber des Liedes. „Urheberrecht“ heißt, dass keiner das Stück verwenden darf, ohne ihn vorher um Erlaubnis zu fragen. Es wäre also nicht okay, wenn du als Film-Editor eines seiner Stücke klasse findest und es einfach in deinem Film verwendest. Dir würde es vermutlich auch nicht gefallen, wenn ein anderer deinen mühsam erstellten Film auf seiner eigenen Website veröffentlicht und dann womöglich noch behauptet, er selbst hätte den Clip gedreht. Solange du den Film nur im privaten Umfeld zeigst und nicht ins Internet hochlädst, darfst du deine Szenen aber auch mit kommerzieller Musik untermalen.

Die GEMA

Vor über 80 Jahren wurde die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“, kurz GEMA, gegründet. Sie vertritt die Urheberrechte von Musikkünstlern, Komponisten und Textdichtern. Das heißt, sobald du ein kommerzielles Musikstück im Film einsetzen möchtest, musst du dies bei der Gema anmelden und eine Gebühr für die Verwendung bezahlen.

Wenn bei einem Download oder auf einer CD ‚gemafrei‘ steht, dann heißt das, dass der Urheber bei der GEMA ist nicht als Mitglied gelistet ist. Du musst also nicht die GEMA um Erlaubnis fragen. ‚Gemafrei‘ heißt aber noch lange nicht, dass du das Stück kostenlos verwenden darfst. Auch der Künstler möchte Geld damit verdienen. Aber diese Kosten sind im Normalfall überschaubarer als eine Lizenz bei der GEMA. Eine CD mit gemafreier Musik kostet ca. 20 – 50 €. Die aktuellen GEMA-Gebühren kannst du hier berechnen lassen.

Kostenlose Musik mit CC-Lizenz

Ein Künstler muss mit den Einnahmen sich selbst oder sogar seine Familie ernähren. Daher kann er seine Musikstücke meist nicht kostenlos anbieten. Manche tun dies aber trotzdem und vergeben sogenannte CC-Lizenzen. Eine Lizenz ist ein Nutzungsrecht. Der Urheber erlaubt dir, seine Musik zu verwenden. Das doppelte C steht für ‚Creative Commons‘.

Wenn du auf solch einer Seite nach Musik suchst, dann darfst du im Normalfall die Musikstücke verwenden, solange du damit kein Geld verdienst. Als Gegenleisung erwähnst du den Namen des Urhebers sowie seine Internetseite im Film, z.B. im Abspann. Das ist mit Sicherheit nicht zuviel verlangt. Du machst sozusagen ein wenig Werbung für den Künstler, dafür darfst du seine Musik kostenlos in deinem Projekt abspielen. Lies dir aber immer genau durch, was in der Lizenz des Urhebers steht. Es gibt unterschiedliche CC-Lizenzen mit verschiedenen Vereinbarungen.

Das Verwenden von Geräuschen

Bei Geräuschen ist es ähnlich. Wobei ich selbst manchmal nicht verstehe, warum ich für ein ‚Windrauschen‘ Geld bezahlen soll. Okay, der Urheber des Geräusches hatte natürlich die Arbeit damit. Er hat sich mit einem Aufnahmegerät hingestellt und das Geräusch aufgenommen. Vielleicht ist diese Aufnahme professioneller, als du das mit deinem eigenen Equipment hinbekommen würdest. Neben Alltagsgeräuschen wie Autobahnlärm, Handyklingeln oder Vogelgezwitscher gibt es auch die ‚besonderen Geräusche‘. Dazu zählen zum Beispiel ein Gewehrschuss, das Krachen eines Auffahrunfalls, oder das Herunterfallen eines Geschirrstapels. Solche Tonaufnahmen wären für dich nur mit großem Aufwand möglich. Auch beim Erstellen von Hörspielen können diese Geräusche eingesetzt werden.

Hier ein paar Links, auf welchen du Musik und Geräusche für die Nachvertonung findest. Zum Teil sind diese kostenlos, zum Teil musst du einen Account für den Download einrichten.