Trickfilm & StopMotion

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Einen Trickfilm zu drehen macht wahnsinnig viel Spaß. Allerdings erfordert er auch viel Geduld. Damit die Bewegung im Film flüssig wirkt, müsstest du mit deiner Foto- oder Videokamera viele Bilder machen, die anschließend im Computer aneinander gereiht werden. Die alten Super-8-Kameras haben mit 18 Bildern pro Sekunde gefilmt. Mit diesem Wert erhält man eine ruckelfreie Bewegung. Aber das würde heißen, dass du für einen einminütigen Trickfilm über 1000 Aufnahmen schießen müsstest. Versuch es mal mit 10 Aufnahmen pro Sekunde. Dann benötigst du für denselben Clip ’nur‘ noch 600 Aufnahmen. Der Vorgang nennt sich übrigens Stop-Motion. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeudet, dass die Bewegung (‚Motion‘) während dem Filmen immer wieder angehalten (‚Stop‘) wird.

Die Trickfilm-Ausrüstung

Für einen Trickfilm benötigst du

  • eine Kamera mit Fotofunktion (Webcam, Fotoapparat, Camcorder, Actioncam,…)
  • ein Dreibein-Stativ
  • Spielzeugfiguren
  • ein Bearbeitungs- oder Trickfilmprogramm

Einfacher wird es, wenn du eine sprezielle Trickfilmsoftware verwendest. Meine persönliche Ausrüstung besteht aus dem Trickfilm-Programm ‚Zu3D‘. Weitere Infos dazu bekommst du unter Software. Am Rechner wird über das USB-Kabel eine Webcam angeschlossen, welche du anschließend über die Enter-Taste auslösen kannst. Das Besondere an dieser Software ist, dass die Bilder nach einem so genannten Zwiebelverfahren gespeichert werden. Sobald du ein Bild gemacht hast, bleibt dieses für die folgende Aufnahme eingefroren. Das heißt, dass du das vorherige Bild vor Augen hast und immer genau siehst, wie weit du deine Figur Vorrücken musst. Zu meinem Equipment gehört noch die Logitech-Webcam C-920, welche in HD aufzeichnet und ein hervorragendes Weitwinkel-Objektiv hat. Das ‚Zu3D‘-Komplettset enthält bereits eine einfache Webcam. Diese Ausstattung ist ideal, wenn ihr öfters mal einen Trickfilm dreht. Ansonsten gibt es auch kostenlose Programme und Apps.

Filmkulisse & Trickfiguren

  • Als Drehort reicht eine Tischplatte, welche du vor eine Zimmerwand stellst. Als Hintergrund kannst du mit Reißzwecken ein farbiges Tuch an der Wand befestigen, z.B. Blau als Himmel. Auch ein selbstgemalter Hintergrund sieht toll aus.
  • Auf die Tischplatte kannst du einen grünen Karton für die Wiese legen. Falls du stattdessen ein grünes Tuch nimmst, dann achte darauf, dass deine Figuren standhaft bleiben und nicht umkippen.
  • Eine dunkle Ecke im Zimmer ist ungeeignet. Suche dir einen Platz an einem großen Fenster oder schalte ein paar Zusatzleuchten ein. Versuche dabei, dass deine Trickfiguren möglichst wenig Schatten werfen. Die Lichtverhältnisse sollten sich nicht ständig ändern. Wenn du am Fenster filmst und draußen wechseln sich Licht und Schatten ab, dann hast du bei deinen einzelnen Trickfilmbildern ständig ein anderes Licht und eine andere Farbe. Darum achte auf eine gleichmäßige Ausleuchtung.
  • Als Hauptdarsteller eignen sich Spielzeugfiguren mit einer relativ breiten Standfläche, also z.B. Lego- oder Playmobil-Figuren sowie Schlümpfe und Schlaich-Tiere.

Schritt für Schritt

  • Denk dir eine Handlung aus. Eine richtige Geschichte mit Anfang, Mittelteil und Schluss ist am Schluss ist zu Beginn deiner Trickfilmkarriere vermutlich zu aufwändig.
  • Die Szenerie filmst du schräg von vorne. Somit bekommen deine Figuren ein schönes Profil und man erkennt die Handlung.
  • Deine erste Aufnahme sollte ein ca 8 – 10 sekündiges Standbild sein. Du zeigst einfach deinen Schauplatz. An dieser Stelle kannst du den Titel einblenden. Vielleicht warten deine Trickfiguren am Bildrand oder in der Bildmitte bereits auf ihren Einsatz?
  • Dann schiebst du die Figuren Stück um Stück weiter. Je geringer der Abstand zwischen den einzelnen Aufnahmen ist, desto flüssiger wirkt dein Trickfilm später.
  • Beim Filmen musst du aufpassen, dass du nicht an das Stativ stößt. Bei ‚Zu3D‘ könntest du anhand der Zwiebeltechnik erkennen, wie du dein Stativ wieder positionieren musst, damit später kein unschöner Hopser im Bild entsteht
  • Auch die letzte Aufnahme sollte wieder 8 – 10 Sekunden lang sein. Mit einem eingeblendeten Titel zeigst du die Mitwirkenden der Produktion.
  • Anschließend fügst du in deinem Schnitt- oder Trickfilmprogramm Musik, Geräusche oder auch einen Text hinzu.
  • Ein Tipp für Fortgeschrittene: Zeigt die Figuren zwischendrin in einer Großaufnahme.
Hier eine kleine Anleitung, wie du mit Zu3D Trickfilme produzierst

Weitere Trickfilm-Ideen

  • Legetechnik: Du schneidest aus Karton mehrere Figuren aus, die du später Stück um Stück bewegst. Auch Bastelmaterialen wie Watte (für die Wolken) oder andere kleine Gegenstände (Streichhölzer, Legosteine,…) können eingesetzt werden. Im Gegensatz zum Figurentrickfilm drehst du den Legefilm frontal von oben, ohne Schrägsicht
  • Trickfilm mit Gegenständen: einen Trickfilm kannst du auch mit verschiedenem Obst (Äpfel, Orangen, Erdbeeren, Bananen,…) oder mit Haushaltsgegenständen (Stuhl, Mobiltelefon, Kutterschaufel, Staubsauger,…) machen. Denk dir etwas Witziges aus und bring diese Gegenstände in Bewegung.
  • Trickfilm mit Menschen: Die gefilmte Person geht zwischen den Aufnahmen Stück für Stück vorwärts. Im Film sieht das aus, als ob sie über den Boden schwebt. So können Menschen auch in einem großen Karton verschwinden oder aus diesem herauskommen.

Bei Youtube habe ich ein paar sehr schöne (aber auch sehr professionelle) Beispiele entdeckt: